Salat mit Hülsenfrüchte-Potpourri (www.chefkoch.de)
Salat mit Hülsenfrüchte-Potpourri (www.chefkoch.de)

Die musikalische Grundidee unserer Programme ist das Potpourri.

Eine musikalische Form, die kurze einprägsame Melodien wie zu einem Blumenstrauss verbindet.

Durch die Aneinanderreihung kann eine neue Geschichte erzählt werden oder es können Zusammenhänge der Lieder hergestellt werden, als würde ein Lied ein anderes beantworten.

 

Das Potpourri ist für mich die Urform jener Videos oder Aufnahmen, in denen "das Beste von..." einer Epoche oder einem Künstler zusammengefasst werden.

So gibt es etwa Opernpotpourris mit 20-25 Minuten Länge, die die Hauptmelodien enthalten, aber natürlich nicht dem Verlauf der Komposition folgen.

 

In den Zeiten vor der Tonträgerindustrie hatte Musik vielfältige Erscheinungsformen.
Bearbeitungen für verschiedene Instrumente und Besetzungen ermöglichten die Vermarktung von Melodien. Die Veränderung des Klangbildes, der aktuellen Instrumentationen und Spielweisen zeigt sich auch sehr stark in dem Wunsch nach Coverversionen, also einer modernen Anpassung älterer Lieder. So stehen also Original und moderne Kopie ständig nebeneinanderer.
Der Gedanke, Musik nur möglichst originalgetreu aufführen zu wollen, ist relativ jung, der Wunsch, der Musik dadurch Exklusivität zu verleihen, wirtschaftlich verständlich, andererseits ist das Konsumenteninteresse an zeitgemässen (?) aktuellen Klängen nicht zu ignorieren.
Die Unterscheidung in authentische Aufführungen und solche, die nach allgemeineren Grundsätzen gestaltet werden, bzw. eine Bewertung solcher Aufführungen interessiert mich nicht im Geringsten; Wir kümmern uns in unseren Fassungen weder um das eine noch um das andere. Die Besetzung Klavier und Gesangstimmen kann nicht auf jene Originalwerke des 19.Jahrhunderts reduziert werden; wir setzen die vielfältigen musikalischen Möglichkeiten nach unserem Gutdünken um, ohne uns an Prinzipien zu orientieren. Ein - ähnlich utopisches - Ziel wäre, so etwas wie lebendige Musik zu schaffen, die in einer bestimmten Situation zu bestimmten Bedingungen geschieht und aus den vorhandenen Möglichkeiten das beste Ergebnis schaffen möchte.
Ein Saal, ein Publikum, eine Bühne, ein Klavier - und mehrere Darsteller...
(natürlich: die Gage nicht zu vergessen)

damit können wir schon vieles machen und unsere Fantasie spielen lassen. 
Improvisation ist in vielerlei Hinsicht in unsere Programme eingebaut und soll für nötige Abwechslung sorgen. Dafür bringen wir statische Momente ganz gezielt ein, um berühmte Arien "im Raum stehen zu lassen", dabei kann man schon einige Minuten an Konzentration aufwenden. 
Eine Mischung aus Zerstreuung und Sammlung, aus introvertierter und extrovertierter Kunst soll uns und das Publikum in der Auffassungsgabe fit halten.

Die Bezeichnung Wunschkonzert verspricht meist mehr, als sie erfüllen kann: natürlich ist die Auswahl letztendlich von uns getroffen, aber die Orientierung am Publikumsgeschmack ist Bedingung.
Der Versuch, schwierigere Werke den Leuten zugänglich oder verständlich zu machen, soll immer wieder unternommen werden. 
Ich glaube nicht mehr an die Schockwirkung atonaler Musik, da sie in Filmen alltäglich vorkommt und als Illustration dramatischer Szenen unverzichtbar ist.
Jedoch muss der Einsatz erklärbar sein und darf nicht nur unserer Laune entspringen - die Musik der 20er Jahre hatte in der Umbruchsituation nach dem ersten Weltkrieg eine befreiende Wirkung - jedoch war es zwecklos, alte Regeln einfach ignorieren zu wollen und hinter sich zu lassen.
Die 50er Jahre brachten eine identische Musikrichtung mit sich, wieder sollten alle historischen Zusammenhänge negiert werden. 
Auch die elektronischen Ausdrucksmöglichkeiten werden in letzter Zeit nur genützt, um bestehende Klänge zu kopieren. Das Sampeln von Klängen sehe ich als eine Bankrotterklärung der Technik, die ständig  versucht, menschliche Ausdrucksformen zu imitieren.

Die Livemusik wird nie sterben, im Gegenteil, ich denke, daß ihre Bedeutung den Menschen immer bewußter werden wird.